Miezener Käseblatt vom 18.6.
Meine Mitjägerinnen und Jäger, ich muss euch berichten, von einem Abend, der meine Erinnerungen nicht so schnell wieder verlassen wird. Alles begann am Mittwoch Nachmittag, ich hatte es mir auf der Wiese beim Schloss gemütlich gemacht und lies mein Bäuchlein von der Sonne wärmen. Die Pfötchen geschleckt, das Gemüt in dieser wohlverdienten Pause heiter und träge zugleich. Ich hatte immerhin 2 Mäuse gejagt, oder war es eine ? Naja vielleicht hab ich auch nur das Futter von meinem Herrchen gegessen, ist jetzt auch egal okay.
Also ich lag da auf jeden Fall so super entspannt und bin in Kätzchenträumen umhergetollt und hab Schmetterlinge gejagt und so, als ganz leise Zweibeiner an mir vorbeischlichen. Komisch, sie waren ganz beladen mit Flaschen jeglicher Formen. Neugierig, wie ich bin, schlich ich ihnen natürlich direkt nach. Was sie wohl mit den Flaschen vorhatten … ah ja stimmt die haben sie sich einfach ehrenlos in den Rachen gescheppert… ganz schön unzivilisiert eigentlich, nicht aus einem Näpfchen zu schleckern, aber ich schweife ab. Sie sind dann auf jeden Fall zu so einem Haus, wo man schon lieblichste Klänge hörte. Ja, sie sangen und das ziemlich gut „ich bin Katzstadt Detektiv ich bin Detektiv bei Katzstadt“ wirklich sehr aufmerksam, unsere Kapitol-Hymne vorzutragen. Auch „no need to run and hide, its a wonderful wonderful life“ das Lied was wir immer den Mäusen vorsingen um sie aus ihren Verstecken zu locken. Ich fühlte mich also sehr willkommen, ging an der Schlange (Ahhhh) aus Zweibeinern vorbei auf die Terrasse, um mich dort weiter besingen zu lassen. Aus allen Ecken hörte ich wohlwollende Stimmen von Hunderten Zweibeinern, die mich auch gerne mal kraulten, oh ja auch da hinterm Ohr, wo’s immer am meisten juckt. Gerüche, die ich nicht in Worte beschreiben kann umspielten meinen Nasenspiegel. Die Anderen raunten dazu nur Laute wie „oht dorckx“, „Poh mäs“ & „Kreh ps“ …magisch. Die Musik-Zweibeiner, die fast so aussahen, als ob sie Julian, Martin, Timofei, Laurenz und Smilla heißen könnten ließen ihre Krachmacher liegen und alle Anderen haben fest die Hände zusammengeschlagen. Vielleicht wollte die Menge nicht, dass sie weiterspielten und haben deswegen so ein Krach gemacht. Pah die haben ja keine Ahnung, dass das ungefähr die besten Klänge waren, die man nördlich von Sardinien hören kann.
Dann kam so eine Frau, die hat lustig gespielt. Fast so lustig, wie als ich den Fisch von Simone Stahl, aber das ist jetzt unwichtig. Die Dämmerung setzte ein und damit auch meine abendlichen Energieschübe, von denen ich euch ja schon so oft erzählt habe. Und da hörte ich das, was nur die wenigsten Kätzchen erleben dürfen. Tiefe Brumm-Töne und hohes gequietsche in einem Takt, der wahrscheinlich 4 viertel hat, aber Mathe gehörte schon in der Jagdschule nicht zu meinen Stärken. Ganz anders als mein Hüftschwung. Ich legte also eine flotte Pfote auf das Laminat. Dann hörte ich eine kleine Stimme in meinem Kopf :„durst!“ immer lauter werdend :„Milch!“ :„DuRsT!“ :„MILCH!“. Wie benebelt tippselte ich die Treppe hoch zu dem Ort, wo viele Getränkeflaschen über einen Tisch gegeben wurden und kleine Münzen zurückgegeben wurden. Doch was war das? Keine Milch!!!!! Pah so etwas ist echt unter allen Katzenstandardts und ich stolzierte eingeschnappt nach Hause zu meinem Herrchen.
Autor*in: Hans Laurenz Richter